Gastartikel von Thomas Geiling: Depressionen? – Kopf hoch!
Wer mit hängenden Schultern dahinschlurft, wird sich eher an negative Dinge erinnern, wer fröhlich läuft, kann sich eher positive Dinge merken – so lässt sich eine Studie von Prof. Dr. Johannes Michalak von der Universität Witten/Herdecke zusammenfassen. Er hat sie mit Kollegen von der Kanadischen Queen’s University veröffentlicht.
„Viele Studien belegen, dass Bewegung bei Depressionen hilfreich ist - gehen, laufen, wandern. Wir wollten wissen, ob auch die Art des Ganges Einfluss auf depressionsrelevante Prozesse hat“, beschreibt Prof. Dr. Johannes Michalak, Psychologe an der Universität Witten/Herdecke, den Ansatz. In früheren Untersuchungen haben die Forscher untersucht, wie Depressive und nicht Depressive gehen.
In der aktuellen Untersuchung haben sie das Gangmuster der Probanden (39 Studierende) so verändert, dass sie entweder fröhlicher oder depressiver gelaufen sind als normal. Dann wurden positive Wörter (wie mutig, attraktiv etc.) oder negative Wörter (wie langweilig, dumm etc.) genannt und die Probanden sollten entscheiden, ob sie diese Wörter beschreiben. Nach acht Minuten wurde dann ein nicht angekündigter Gedächtnistest durchgeführt. Probanden, die depressiv gelaufen sind, haben mehr negative Wörter behalten, während Probanden, die fröhlich gelaufen sind, sich mehr positive Wörter gemerkt haben.
„Das zeigt uns, dass unsere Art sich zu bewegen Auswirkung darauf hat, ob wir eher positive oder negative Informationen verarbeiten. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen Körper (hier der Gangart) und Psyche (hier der Art, welche Informationen wir uns merken). Solche Ergebnisse könnten in Zukunft dazu verwendet werden, Behandlungsmöglichkeiten für Depressionen zu entwickeln, die über Veränderungen von körperlichen Prozessen wirken“, so Michalak.
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Dieser Artikel wurde in den Freelance-Market-News 11/2026 veröffentlicht.



