Frage des Monats: Welche Angaben sollten Freelancer bei Schwerpunkten und Erfahrung machen?
Stellen Sie sich vor, Sie lesen im Profil eines Maschinenbau-Ingenieurs unter Schwerpunkte: „Lösungsorientiert, vielseitig und flexibel.“ Das stimmt vermutlich alles. Nur weiss ein Unternehmen danach immer noch nicht, was dieser Experte für ihn tun kann.
Heute steht im selben Feld: „Konstruktions- und Entwicklungsdienstleistungen von Kältemaschinen für alle Kältemittel, Erstellung von Projektunterlagen wie R&I-Schemen, Stücklisten, …“.
Gleicher Freelancer, gleiche Fähigkeiten. Aber jetzt erkennt ein potentieller Auftraggeber sofort, ob er zum eigenen Projekt passt.
Auf Freelance-Market beantworten zwei Profilfelder die wichtigsten Fragen eines Kunden: Schwerpunkte sagt, was der Freiberufler für seine Kunden tun kann. Erfahrung zeigt, warum man ihm das zutrauen kann.
Freelancer, die beide Felder klar trennen, mit der Sache beginnen und Floskeln durch Belege ersetzen, werden schneller verstanden und öfter angefragt.
Ein Entscheider liest selten ein Freelancer-Profil von oben bis unten. Er überfliegt mehrere Profile und sucht Antworten auf zwei Fragen: Was kann er für mich tun? Das beantwortet das Feld „Schwerpunkte“. Kann ich ihm das zutrauen? Das beantwortet das Feld „Erfahrung“.
Ein häufiger Fehler unserer Freelancer ist, anfangs beide Felder mit ähnlichem Inhalt zu füllen. Dann steht zweimal, was der Experte macht und nirgends, warum er es gut macht.
Was also gehört ins Feld „Schwerpunkte“?
“PHP-Webseitenerstellung auf Basis von Laravel, Phalcon und Symfony für Handwerksbetriebe” sagt mehr als „Ich bin ein erfahrener Entwickler“. Der Kunde sucht eine Leistung, keine Person.
Nennen Sie drei bis fünf konkrete Aufgaben. Und zwar so, wie ein Kunde sie selbst suchen würde: „Baugruppen“, „Werkzeuge“, „Montagebetreuung“. Allgemeine Begriffe wie „Beratung“ oder „Support“ sucht niemand. Sagen Sie auch, für wen Sie arbeiten möchten. Branchen oder Kundentypen helfen dem Kunden, sich wiederzuerkennen: „für KMU im Anlagenbau“ statt „für alle Branchen“.
Zeigen Sie das Ergebnis. Was hat der Kunde am Ende in der Hand? Bspw. fertigungsreife Zeichnungen, eine Website mit KI-Integration, einen sauberen Jahresabschluss.
Nennen Sie die Situationen, in denen man Sie holt. Projektspitzen, Neuentwicklungen, ein Engpass vor einer Frist. So wird „flexibel“ belegt statt nur behauptet.
Und was gehört ins Feld „Erfahrung“?
Die Erfahrung soll belegen, nicht wiederholen. Hier gehören Fakten hin, die Vertrauen schaffen, bspw. die Jahre im Fachgebiet, nicht im Berufsleben allgemein. Zwei bis drei Projekte oder Aufgaben, die zeigen, was Sie können, am besten mit Zahlen zu Anzahl, Größe oder Ergebnis. Die Branchen oder Firmentypen, in denen Sie gearbeitet haben. Und eine Ausbildung oder ein Abschluss, sofern er für Kunden zählt. Selbst Kundennamen gehören dazu, sofern ein Einverständnis vorliegt.
Die vier häufigsten Fehler im Freelancer-Profil
1. Fehler: Floskeln statt Fakten: „Flexibel“, „lösungsorientiert“ und „zuverlässig“ sagt jeder über sich. Zeigen Sie lieber, was Sie tun: „Kurzfristiger Einsatz für Projektspitzen“.
2. Fehler: Erfahrungen, die nur die Schwerpunkte wiederholen: Stehen dieselben Begriffe in beiden Feldern, verschenken Sie Platz. Die Angaben im Feld “Erfahrung” sollen Belege zu den Schwerpunkten liefern.
3. Fehler: Fachbegriffe, die nicht jeder Kunde versteht.
4. Fehler: Stichworte mit Klammern und Schrägstrichen. Ein Profil ist kein Lebenslauf. Zwei bis drei flüssige Sätze lesen sich besser als eine Liste mit Abkürzungen.
Falls Sie Anregungen haben oder unseren Newsletter abonnieren möchten, können Sie uns hier gerne eine Nachricht hinterlassen:
Dieser Artikel wurde in den Freelance-Market-News 11/2026 veröffentlicht.



