Zusätzliche Einnahmequelle? – Freelancer schaffen KI-Klon ihrer Skills
Immer mehr Plattformen bieten Freiberuflern an, aus deren eigenen Erfahrungen ein KI‑Modell zu machen, das dann als virtueller Klon die eigenen Dienstleistungen an Nachfrager anbietet. Solche eigenen KI‑Modelle können eine spannende zusätzliche Einnahmequelle sein, wenn Verträge, Vergütung und Markenwirkung bewusst gestaltet sind.
Die KI wird mit Bildern, Texten, Präsentationen und/oder Audiomitschnitten aus dem Archiv des Freelancers trainiert. Kunden können dieses „persönliche Modell“ später nutzen. Jedes Mal, wenn das Modell eingesetzt wird, sollen Freiberufler Geld verdienen – zusätzlich zu ihren klassischen Aufträgen.
Praktisch läuft es meistens so: Der Freiberufler stellt möglichst viele Beispiele seiner Arbeit bereit (Illustrationen, Audiodateien, Texte). Insbesondere bei Unternehmensberatern und Coaches erfolgt dann zusätzlich ein letzter Schliff durch einen mehrstündigen tiefgehenden Dialog mit der KI. Die Plattform trainiert so ein Modell im individuellen Stil des Experten.
Das Modell wird auf einem speziellen Marktplatz oder der Onlineseite des Dienstleisters angeboten. Kunden können damit Entwürfe, Texte oder Clips erzeugen. Der Freelancer erhält daraus Einnahmen aus Lizenzgebühren, Nutzungsgebühren oder einem Anteil an den Umsätzen der Plattform.
Hier einige Beispiele für bereits heute verfügbare KI-Klone:
• Kunden eines Grafikdesigners geben nur noch ein Briefing ein und erhalten Entwürfe in genau dessen Stil, ohne dass der Freelancer jeden Auftrag manuell bearbeitet.
• Ein Marketing-Freiberufler bietet ein “SEO‑Blog‑Paket“ an, das z. B. zwei optimierte Online-Artikel pro Monat liefert, immer mit der gleichen Struktur und gleichen Abläufen.
• Ein Erfolgs-Coach bietet regelmäßige Online-Coaching-Sitzungen mit seinem Klon an. Kommuniziert wird per Sprache, Video oder Text. Auf die Frage von Freelance-Market, ob der Klon genauso gut coacht wie das Original: “Mein Klon berät meist sogar besser als ich, da er immer konzentriert und gut gelaunt ist und niemals müde wird”.
Die Vorteile für anbietende Freiberufler:
+ Zusatz-Einnahmen aus vorhandenen Inhalten
+ Man muss nicht ständig neue Inhalte produzieren, das übernimmt die KI.
+ Es können differenzierte Standard- und Premium-Produkte zu unterschiedlichen Preisen geschaffen werden.
+ Es können beliebig viele Kunden gleichzeitig bedient werden.
+ Die KI wird niemals müde und unkonzentriert und liefert so eine gleichbleibende Dienstleistungsqualität.
Dem stehen aber auch Nachteile und Risiken gegenüber:
- Unklarheit, ob damit überhaupt Umsatz generiert wird, da die Plattform-Anbieter oft keine genauen Zahlen veröffentlichen.
- Manche KI‑Marktplätze haben intransparente Vergütungsmodelle, so dass die tatsächliche Vergütung unklar ist.
- Die Beratungsleistung des Freelancers kann zur Massenware werden und verliert daher ihre Besonderheit.
- Kontrollverlust: Die KI könnte halluzinieren oder versehentlich vertrauliche fremde Kundeninformationen aus dem Trainingsmaterial freigeben.
- Langfristig könnten KI-Klone die Arbeit vieler Experten überflüssig machen.
Falls Sie Anregungen haben oder unseren Newsletter abonnieren möchten, können Sie uns hier gerne eine Nachricht hinterlassen:
Dieser Artikel wurde in den Freelance-Market-News 09/2026 veröffentlicht.



